Seit dem 1. Mai gelten Alkoholverbote in der City: Vom Hauptbahnhof Hannover über die Passerelle bis zum Kröpcke (Minus Eins-Ebene) haben die Deutsche Bahn und die Betreiberin der Passerelle den Konsum von Alkohol auf ihren jeweiligen Flächen verboten. Das Ziel: Die Sauberkeit und (gefühlte) Sicherheit in Hannovers Innenstadt zu erhöhen.
Wir unterstützen dieses Ziel grundsätzlich. Gleichzeitig positionieren wir uns klar gegen die damit verbundene Ausgrenzung und Verdrängung von Menschen mit Suchterkrankungen. Wir fordern statt dessen ein maßvolles und abgestimmtes Vorgehen von Stadt und Grundstückseigentümer*innen.
Jeder Mensch soll sich zu jedem Zeitpunkt in Hannover sicher fühlen. Wir sehen aber auch die Bedürfnisse und Nöte von Menschen mit Suchterkrankungen. Sie brauchen unsere Unterstützung und Zuwendung, anstelle durch einseitige Maßnahmen aus dem öffentlichen Raum verdrängt zu werden.
Ein Alkoholkonsumverbot, das eine Verdrängung zur Folge hat, ist keine Lösung, sondern eine Verlagerung der Konflikte in andere Teile der Stadt. Zugleich verschlechtert es die Wirksamkeit von Hilfsangeboten. Deshalb fordern wir gemeinsam mit unseren politischen Partnern: Die Stadt muss eine Aufenthaltsfläche in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs finden und akzeptable Bedingungen für einen freien Aufenthalt schaffen. Selbstverständlich muss dieser Ort an das Hilfesystem der Freien Träger angebunden sein und durch Straßensozialarbeit eng begleitet werden. Dafür stellen wir einen Dringlichkeitsantrag und stellen sicher, dass Hannover eine Stadt bleibt, die die Bedürfnisse aller Menschen und Gruppen ernst nimmt und für ausgleichende Lösungen eintritt.
Michael Rinker, Sozialpolitischer Sprecher
6. Mai 2026



