10 Jahre Schutz für Kleingärten

Die Debatte um Hannovers Kleingärten zeigt, worum es in der Stadtentwicklung wirklich geht: um Verlässlichkeit versus politische Doppelbotschaften.

Wir Grüne wollen das Moratorium für die vier betroffenen Kleingartenstandorte um zehn Jahre verlängern. Nicht, weil wir den Wohnraumbedarf ignorieren, im Gegenteil. Sondern weil wir erst alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen.

Wer Kleingärten bebauen will, bevor die angekündigte Gesamtschau der Wohnbauflächenpotenziale vorliegt, handelt nach dem Prinzip: erst zerstören, dann prüfen. Das ist der absolut falsche Weg, mit dem den Kleingärtner*innen ein Teil ihres Lebensinhalts und ihrer Freizeitgestaltung genommen werden würde.

Besonders irritierend ist die Haltung der SPD. Öffentlich hat sie sich unserem Vorschlag für ein zehnjähriges Moratorium angeschlossen. Im Rat erklärt sie ihn nun plötzlich für überflüssig. Hat hier die Wahlkampftaktik über die seriöse Planungspolitik gewonnen?

Ohne ein neues Moratorium könnten die Kleingärten am Vinnhorster Weg, Kleefeld Nord, Hahnenburg Süd und Im Othfelde Süd, anders als von der SPD behauptet, schon bald wieder zur Disposition stehen. Doch die Kleingärtner*innen wollen und brauchen Planungssicherheit, gerade auch jetzt in einer Phase des Generationenwechsels in vielen Vereinen.

Unsere Marschrichtung ist: Erst Nachverdichtung und alle anderen Optionen ausnutzen, dann erst weiterer Flächenverbrauch. Und erst alle Fakten zusammensammeln, dann eine Entscheidung treffen. Und solange nicht nachgewiesen ist, dass andere Wohnbaupotenziale ausgeschöpft sind, müssen die Kleingärten geschützt bleiben.

Ute Dommel, Baupolitische Sprecherin
Daniel Gardemin, Fraktionsvorsitzender

3. Juni 2026