Zu den Demonstrationen im Iran

Die Lage im Iran ist dramatisch. Das Regime geht mit brutaler Gewalt gegen die Demonstrant*innen vor, die auf die Straße gehen. Am 17. Januar haben wir uns in Hannover zur Solidarisierung mit den Freiheitskämpfenden im Iran versammelt. Bei der Kundgebung sprach unsere Vorsitzende Monica Manon Sandhas:

„Im Iran gehen seit Dezember des vergangenen Jahres die Menschen in Massen landesweit auf die Strasse. Sie stehen auf für ihre Freiheit und ein selbstbestimmtes, menschenwürdiges Leben. Mutig kämpfen sie für ihre Zukunft, weil sie wissen, dass sie unter dem jetzigen Regime keine haben. Dafür verdienen sie unsere volle Bewunderung. 

Die iranische Regierung geht mit brutaler Gewalt gnadenlos gegen sie vor. Sie führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Mutmaßlich tausende Menschen wurden bereits getötet und gefoltert, Hinrichtungen drohen. Genaueres ist uns und vor allem den Iraner*innen selbst nicht bekannt. Seit Tagen herrscht im Land eine massive Internetblockade. Die wenigen Bilder, die nach außen gelangen, sind erschreckend genug. Ich denke, wir alle haben die furchtbaren Aufnahmen mit den Massen an Leichen in schwarzen Säcken vor Augen. Von bis zu 12.000 Toten ist die Rede.

Die Vorstellung und Ungewissheit über die Situation ist unerträglich: 

Wir sind sehr besorgt. Besonders belastend ist die Situation vor allem auch für die Menschen in Deutschland, die ihre Angehörigen im Iran nicht erreichen können. Wie aber muss die Situation erst für die Menschen im Iran im Moment sein? Für die, deren Angehörige und Freund*innen getötet wurden, die diese vermissen,  deren Hinrichtung fürchten, für die, die selbst gefoltert und misshandelt werden. Wie muss es sein, in einem Land zu leben, in dem beständig Gewalt und Willkür drohen? Ich vermag mir nicht auszumalen, was dies mit den Menschen dort macht, wie es ihnen geht. 

In der Hoffnung, dass es die Menschen im Iran irgendwie erreicht, sage ich:

Liebe Iraner*innen,
wir denken an Euch, 
wir stehen an eurer Seite, 
ihr habt unsere volle Solidarität. 
Aus Hannover senden wir euch Mut und Kraft!  

Anders als die Menschen im Iran leben wir hier in Deutschland in einer Demokratie. Wir können friedlich unbehelligt auf die Straße gehen und demonstrieren. Das ist ein Privileg und eben auch eine Verpflichtung

Es ist unsere Verpflichtung,

  • laut zu werden, auf die katastrophale Lage im Iran und die massiven Menschenrechtsverstöße hinzuweisen und
  • den Protest der iranischen Bevölkerung in die Welt zu tragen.

Schweigen und Wegsehen ist keine Option!

Wir werden laut für alle die, die im Iran unter Einsatz ihres Lebens mutig für Freiheit und Gerechtigkeit protestieren, damit ihr Einsatz nicht vergeblich ist und weiter wirken kann. Dafür müssen die EU und auch die deutsche Bundesregierung endlich mehr tun. 

Wir fordern:

Werdet endlich aktiv, macht mehr Druck und positioniert euch deutlich FÜR die Menschen im Iran. 

Im einzelnen heißt das vor allem:

Stoppt sofort Abschiebungen in den Iran. Es ist grob fahrlässig und verantwortungslos, Menschen dorthin zurückzuschicken. 

Friert das Auslandsvermögen der verantwortlichen Eliten im Iran ein.

Setzt die iranischen Revolutionsgarden auf die Terrorliste.

Und unterstützt die kritischen Stimmen im Iran! 

All eyes on Iran!

Mona Sandhas Rede zum Iran
Mona Sandhas Rede zum Iran