Die Wilhelm-Busch-Schule soll für zwei Jahre vollständig ausgelagert werden. Rund 400 Grundschulkinder aus Oberricklingen müssten künftig an einem anderen Standort zur Schule gehen. Das greift stark in den Alltag von Familien ein und betrifft auch die Entwicklung eines Stadtteils sowie die Zukunft mehrerer Schulstandorte.
Deshalb irritiert das Vorgehen der Verwaltung. Denn obwohl die Verlagerung einer ganzen Grundschule eine weitreichende Entscheidung ist, soll sie faktisch im Zuge einer Bauvorlage mit beschlossen werden. Eine transparente Debatte darüber, welche Alternativen geprüft wurden und warum ausgerechnet diese Lösung die beste sein soll, hat bislang nicht stattgefunden.
Natürlich müssen Schulen saniert werden, daran besteht kein Zweifel. Aber wer von Kindern, Eltern und Lehrkräften verlangt, für zwei Jahre ihren gewohnten Schulstandort aufzugeben, muss nachvollziehbar erklären können, warum dieser Eingriff notwendig ist. Das ist bisher nicht gelungen.
Besonders kritisch ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen: Für mehr als 26 Millionen Euro sollen vor allem energetische und bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. Zusätzliche pädagogische Flächen entstehen nicht, und selbst die bestehenden Container bleiben weiterhin notwendig. Deshalb stellen sich berechtigte Fragen: Ist eine vollständige Verlagerung wirklich alternativlos? Welche anderen Sanierungsvarianten wurden geprüft? Und steht der erhebliche organisatorische und soziale Aufwand überhaupt in einem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis?
Eine solche Entscheidung verdient Transparenz, Beteiligung und eine eigenständige politische Debatte. Wir erwarten, dass die Verwaltung diese Fragen beantwortet, bevor Fakten geschaffen werden.
Claudia Bax, Schulpolitische Sprecherin
25. Juni 2026



